Route

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News

01.04.2012

WindExplorer in Belgien

Eco-Mobilität im „Technopolis“

Antwerpen Anfang April 2012: das „Technopolis“, ein Wissenschafts- und Technologie-Park bei Antwerpen, lädt den Wind Explorer zum Aktionstag „Saubere Mobilität“ ein. Er wird von Hunderten Gästen bestaunt. Ideengeber und Australien-Durchquerer Dirk Gion steht  mit seinem Team vielen interessierten und begeisterten Besuchern den ganzen Tag Rede und Antwort. Auch unternehmen sie Probefahrten über das Ausstellungsgelände. Neben dem WindExplorer präsentiert „Technopolis“  ein Solar-Elektrofahrzeug, diverse E-Fahrräder, E-Roller sowie Elektroautos von Mercedes, Smart, VW und Renault. Höhepunkt des Tages ist eine Tour aller Fahrzeuge durch die nahegelegene Innenstadt von Mechelen. Auto- und Individualverkehr ganz zukunftsweisend und ohne Motorengeräusche: das sorgt für Aufsehen.

20.09.2011

IAA - Internationale Automobil Auststellung Frankfurt


Evonik stellt in der Halle der Elektromobilität den Wind-Explorer aus.  Dirk Gion und Stefan Simmerer besuchen Ihr Auto und freuen sich über das rege Interesse an dem Wind Explorer.

15.09.2011

Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde

Die Fahrt des Wind Explorer wird von der Guinness-Redaktion mit einem Weltrekordeintrag gewürdigt. Der Wind Explorer ist das Auto das die längste, jemals mit Windkraft zurückgelegte Strecke gefahren ist

07.09.2011

Öko Globe 2011

Jury belohnt Bewerbung von Evonik mit Platz 1 beim "ÖkoGlobe"

Das Elektrofahrzeug "Wind Explorer" hat den internationalen Umweltpreis "ÖkoGlobe 2011" gewonnen. Bei der -Preisverleihung in Karlsruhe wurde der "Wind Explorer" jetzt mit dem 1. Preis in der Kategorie "Ökologisches Konzeptfahrzeug" ausgezeichnet.

Prof.Dr Ferdinand Dudenhöffer: "Der Jury hat gefallen, dass..... ein mutiges Konzept umgesetzt wurde. Der Wind_explorer hat die Jury nahhaltig beeindruckt. Er gibt große anstöße, von denen Teilaspekte in Serien einfließen könnten. Wir brauchen diese Projekte als Anregungen und Impulse um die Entwicklung zu zu beschleunigen."

12.02.2011

18.Tag

Ankunft in Sydney

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Sydney!!!

Wir fahren nachts nach Sydney rein. Highspeed - zumindest kommt es uns so vor. Wir sind euphorisiert und alles glitzert und glänzt. Wie ein berauschender Farbschleier flitzen die Lichter der nächtlichen Weltstadt an uns vorbei. Was für ein Gegensatz zur Nullarbor-Ebene. Wir beschliessen, die nächsten Stunden in Bondi-Beach zu verbringen und am nächsten Morgen zum Hafen und zum Opera House zu fahren. Das Team trinkt aus der Flasche am Bondi Beach, klopft sich auf die Schultern und legt sich erschöpft aufs Ohr. Was für eine Reise! Wir haben es geschafft.

 

Am nächsten Tag dann der Hafen. Menschentrauben um unser Auto vor dem Opera House und eine Pressekonferenz unter der Harbourbridge. Die Menschen sind begeistert. Sie sind bereit für erneuerbare Energien und sie wollen Autos wie den Wind-Explorer. Am besten sofort. In Sydney ist die häufigste Frage: wo kann man so ein Auto kaufen und wie viel kostet das? Die 10 Dollar Stromkosten für die Kontinentaldurchquerung versetzt alle in Staunen.

 

 

11.02.2011

16.+17 Tag

Eden + Lake Tabourie

Ein fulminanter Abschluss! Die letzte Strecke nach Sydney ist der Hammer! Nach wunderschönen Ortschaften mit traumhaften Sandbuchten, in denen Traumvillen ihren Bewohnern den Blick aufs blaue Meer ermöglichen, nach einem Waldbrand, der zum Glück nur noch schwelte und uns die Sicht mit Rauchschwaden verhängte, kommen wir kurz vor Sydney durch den Royal National Park. Es ist tiefdunkle Nacht und man sieht nur die Bäume direkt neben der Strasse, die sich wie eine Schlange in unzähligen Kurven durch den Wald schlängelt. Es geht steil rauf und im nächsten Moment wieder steil runter. Die Kulisse im Scheinwerferlicht sieht unwirklich aus. Der Wind- Explorer ist in solchen Landschaften immer am schnellsten, weil man bergab in einer rasenden Kiste sitzt und es einfach frei laufen lässt, um den Schwung mit in die nächste Steigung zu nehmen. Der Explorer beschleunigt aufgrund seiner Aerodynamik bergab wie ein Rennwagen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt weit über 60 km/h und in den Kurven wird es auf unseren dünnen Reifen manchmal sehr eng. Nur längere Steigungen lassen den Motor schnell überhitzen. Wir müssen vorsichtig sein. Aber was Solls: im Begleitfahrzeug liegt noch ein reparierter Ersatzmotor und bis Sydney sinds eh nur noch ein paar Kilometer.

 

09.02.2011

15. Tag

Kalimna

Kiten wird ein rares Vergnügen. Dirk spielt vor lauter Frust mit einem Kite auf dem Strand. Den Wind-Explorer können wir so gut wie gar nicht mehr mit dem Kite ziehen. Entweder stehen hohe Bäume direkt neben der Strasse oder der Wind kommt nicht von der Seite.  DAs Antriebskonzept eignet sich eindeutig am besten in Steppen und Wüsten Regionen.

08.02.2011

14. Tag

Foster

Auf nach Sydney!

Die Küste bietet abwechslungsreiche Landschaften. Tolle Strände und grüne Wiesen. Leider aber wenig Wind. Wir werden langsamer. Die Ladezeiten fürs Windrad werden länger. Wir müssen auch mal wieder an die Steckdose. Aber es geht immer weiter und wenn die Akkus voll sind, spulen wir mindestens 400 Kilometer auf den Tacho. Nur wenn es hügelig wird, reduziert sich unsere Reichweite extrem.

06.02.2011

12. bis 13. Tag

Vorbei an Melbourn

Weiter geht's nach Melbourne. Die Australische Südküste bietet ständig spektakuläre Aussichten, aber die Great Ocean Road schlägt alles. Sie schlängelt sich an der Steilküste entlang. Das Highlight sind die Twelve Apostel - bizarre Felsformationen, die als Überreste der zerfurchten Küstenlinie wie riesige Säulen im Meer stehen. Etwas zu schaffen machen uns auch hier wieder die Steigungen der Strecke, aber zum Glück sind sie nicht besonders lang und wir schonen bergauf den Motor.

 

Melbourne lassen wir sozusagen links liegen. Da Melbourne an einer riesigen Bucht liegt, nehmen wir die Fähre am Buchteingang von Queenscliff nach Sorrento. Das erspart uns eine komplette Tagesreise durchs Melbourner Stadtgebiet. Dann folgt das nächste Abenteuer: nach unserer Karte gibt es eine kleine Fährverbindung von Flinders nach Phillip Island. Von dort kommt man über eine Brücke weiter Richtung Sydney. Tatsächlich ist die Fähre aber eine Fußgängerfähre und nimmt definitiv keine Autos mit - auch nicht, wenn sie nur 80 Kilo ohne Batterien und Windkraftanlage wiegen. Wir fragen an der Bootsrampe Hobbyangler, die mit ihren Motorbooten vom Fischen zurück kommen, ob sie uns nicht nach Phillip Island fahren könnten. Es ist nicht weit und das Meer ist ruhig. Man kann die gegenüberliegende Küste in unmittelbarer Nähe sehen. Bei den meisten löst unserer Anfrage nur ungläubiges Staunen aus: ein Auto, auf einem 5 Meter langen Motorboot? Doch dann erklärt sich einer bereit und transportiert den Wind Explorer auf seinem Heck verzurrt zum Anleger nach Phillip Island. Unterwegs gibt's ein kühles Bier aus der Kühlbox und einen Plausch mit der Wasserschutzpolizei, die wissen will, was da Komisches transportiert wird. Wahnsinn, was mit einem Leichtbauauto alles möglich ist!

05.02.2011

11. Tag

Port Fairy

Über Port Fairy geht es weiter Richtung Great Ocean Road. Unser Tag/Nacht Rhytmus kommt etwas durcheinander.
Unsere Wind-Ladezeiten dauern in den Tag hinein, so dass wir nachts unterwegs sind. Vorteil: es herrscht kaum noch Verkehr auf den Strassen. Nachteil: es wird unglaublich kalt. Wir ziehen die gesamte Kleidung an, die wir mit nach Australien genommen haben. Zwischen der extremen Hitze in der Nullarbor Ebene und hier liegen ca 5 Tage und fast 50 Grad Tempreaturunterschied. Stefan und Dirk wechseln sich häufig am Steuer ab, damit keiner von Ihnen im Wind-Explorer erfriert.

04.02.2011

10. Tag

Adelaide-Kingston

Der Wind-Explorer ist ein gutes Stadtauto. Er schwimmt mit dem Verkehr mit und es macht regelrecht Spass, um die Kurven zu flitzen. Aber Landstrassen sind trotzdem schöner. Wenn einem der Wind um die Nase weht ohne Abgasgeruch, das ist Windautofahren pur. An Stadt-Ampeln fällt uns aber ein wesentlicher Vorteil des Explorers auf: es läuft kein Motor. Und dadurch entfällt die Nervosität, die man verspürt, wenn die Ampel auf Rot steht. Das Warten ist nur noch eine Zeitverschwendung, aber keine Resourcen-Verschwendung mehr.

Südlich von Adelaide dann ein kleines Desaster: auf einer endlos langen Steigungsstrecke überhitzt der Nabenmotor und gibt den Geist auf. Die eingeklebten Magnete im Motor haben sich gelöst. Der Motor ist hin. Zum Glück haben wir einen Ersatzmotor dabei und die Reparatur stellt für uns zusammen mit unserem Techniker Dietmar kein Problem dar. Aber wir merken, dass die konsequente Reichweiten-Optimierung zu einer Untermotorisierung des Wind-Explorers geführt hat. Für die nächsten Bergetappen kurz vor Sydney müssen wir unbedingt noch einen Ersatzmotor auftreiben.

 

Kurz vor Kingston erleben wir dann noch einen der schönsten Momente der Tour: nach einer phantastischen Fahrt durch den Coorong, einem Naturschutzgebiet entlang der Küste mit Dünen und Marsch-Landschaften, nach extrem schnellen Kitepassagen fahren wir den Princess-Highway Richtung Süden. Nachts stellen wir das Windrad auf einer Düne direkt am Strand auf. Nachts tobt die Brandung an den Strand und es windet extrem stark vom Meer auf den Strand.  Am Morgen dann etwas weniger Wind, dafür viel Sonne. Wir sehen auf der Landkarte, dass der Strand die nächsten 20 Kilometer parallel zum Highway verläuft. Motorradfahrer, die den Strand entlangfahren, sagen uns, dass es regelmäßig kleine Stichstrassen vom Strand zum Highway gibt. Also entschliessen wir uns zu einer Strandfahrt mit Kite. Ein Traum! Der 10,5 qm Kite zieht uns spielend leicht über den festen Sand. Nur hin und wieder kommt ein weicheres Stück. Wir lassen etwas Luft aus den Reifen, damit sie mehr Auflagefläche haben. Wir können uns keine schönere Art der Fortbewegung denken.

03.02.2011

8. + 9.Tag

Ceduna-Port Augusta + Port Augusta-Adelaide

Ceduna-Port Augusta

Wir entschließen uns, den Inlandweg nach Port Augusta zu nehmen. Das sind über 460 Kilometer - mehr als unsere Akku-Reichweite. Bei extrem vorsichtiger Fahrweise ohne Gegenwind und Steigungen könnten wir zwar 430 Kilometer aus den 8 Kilowattstunden in den Akkus herausholen, aber dann wäre unweigerlich Schluss. Also entweder einen Teil mit dem Kite zurücklegen, oder zwischendurch die Batterien mit dem Windrad aufladen. Fest steht: der Luftaustausch zwischen der heißen Landmasse und dem kalten, südlichen Ozean in der Great Australian Bight funktioniert wie ein Uhrwerk. Nicht immer so stark, wie wir es gerne hätten, aber zuverlässig. Also los gehts.

 

Es war die richtige Entscheidung. Wir können tatsächlich ca. 60 Kilometer kiten. Herrlich! Der Wind weht mit ca. 5 Stärken aus Süd. Teilweise sogar schräg von hinten, was toootal entspanntes Kiten bedeutet. Stefan steuert den Explorer und Dirk den Kite. Fast schon langweilig, so perfekt läßt sich der Spleene SPX mit einer Hand steuern. Wenn Bäume zu hoch und nah an der Straße wachsen, fliegt Dirk den Kite exakt über der Strassenmitte und Stefan läßt den Elektromotor schnurren. Dann zieht der Wind-Explorer kurzfristig den Kite durch schwieriges Gelände. Wenn dann wieder niedrige Büsche kommen, übernimmt der Kite wieder das Ziehen.

 

Nachts dann Ankunft in Port Augusta. Die Akkus sind fast leer. Wir bauen das Windrad direkt auf der großen Holzpier am Hafen auf. Drei Abspannungen befestigen wir an der Holzkonstruktion. Eine muss allerdings in der Wiese neben dem Pier befestigt werden. Mehrere lange Zeltnägel tun den Job. Dann am Morgen ein böses Erwachen: Mitarbeiter der Stadt wecken uns und sagen, dass ihr Bewässerungssystem gestört sei. Sie vermuten, dass wir eine ihrer Leitungen getroffen hätten. Das können wir uns nicht vorstellen. Eine große Wiese und wir sollen ausgerechnet eine Leitung getroffen haben? Nach 10 Minuten Graben dann Gewissheit: wir haben tatsächlich eine ihrer Wasserleitungen, die dicht unter der Grasnabe verlegt ist, getroffen. Die städtischen Arbeiter reparieren die Leitung. Ihr Boß zeig tuns dann eine bessere Stelle, um das Windrad aufzustellen. Bezahlen müssen wir für die Reparatur nichts. Einfach unglaublich. Wir bieten noch an, den Schaden über unsere Versicherung zu regeln, aber sie winken nur ab. Wirklich coole Leute, diese Australier in Port Augusta. Danke.

 

 

Port Augusta-Adelaide

Auf nach Adelaide - unsere erste große Stadt auf dieser Reise. Relativ ereignislos fahren wir Richtung Süden. Die Akkus sind randvoll. Der Explorer schnurrt wie ein Kätzchen. Nach etwas über 300 Kilometern machen wir kurz vor Adelaide halt. Wir wollen auf gar keinen Fall mit fast leeren Akkus in das Stadtgebiet fahren. Es wäre wohl zu schwierig, einen geeigneten Ort zum Aufstellen des Windrades zu finden. Also stoppen wir kurz vor der Stadt am St. Kilda Adventure-Playground - einem großen Abenteuerspielplatz für Kinder direkt am Meer. Hier weht eine perfekte Brise aufs Land. Stefan und Dirk entscheiden sich für den wohl ungewöhnlichsten Windrad-Standort der gesamten Reise: sie bauen den Mast auf der Spitze einer 12 Meter hohen Abenteuer-Burg aus Holz auf.  Kinder spielen hier nicht mehr, so spät am Abend. Den Mast befestigen wir an großen Holzpfosten, die aus der Burg ragen. Ein perfekter Standort fast 20 Meter über dem Meeresspiegel mit 360 Grad ungestörter "Rundeum-Bewindung". Das Rad dreht auf vollen Touren. Den Wagen schieben wir in die Burg und schließen die Akkus an. Stefan und Dirk schlafen in der Holzburg und passen auf ihr Kraftwerk auf.

01.02.2011

7.Tag

Immer noch sind wir ganz euphorisch, wenn wir an die lange Kitestrecke von gestern denken:

So weit ich weiss, sind wir weltweit das erste Kiteauto, dass auf der Strasse eine grössere Strecke zurückgelegt hat.
Deshalb hier eine Einschätzung: Wenn man auf einer Strasse kiten will, dann geht das nur, wenn der Wind so weht, dass der Kite nicht in Richtung Gegenverkehr fliegt. Also bei Linksverkehr darf der Kite nicht nach rechts raus stehen. Das ist selbstverständlich. Alles andere wäre Wahnsinn. Hinzu kommt aber auch, dass man die richtigen Kites verwenden muss. Ein Kiter in einem Auto kann nicht auf Veränderungen der Windstärke reagieren. Er kann nicht Höhe laufen und nicht auf einen Downwind-Kurs gehen. Er muss die ganzen Lastwechsel bei Böen mit dem Kite ausgleichen. Deshalb haben wir uns beim Wind Explorer Projekt auch für SP-X Kites von Spleene entschieden. Diese Kites haben neben ihren sehr stabilen Flugeigenschaften auch einen enormen Depower-Bereich. Für mich war und ist es immer wieder verblüffend, wie man die Zugkraft dieser Kites mit einer kleinen Bewegung der Bar reduzieren kann.

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Wir hatten viele heikle Situationen während des Kitens auf der Strasse. Über 30 Meter lange LKW kamen mit 120 km/h angerast, gleichzeitig standen Bäume neben der Strasse. Ich musste den Kite also extrem präzise fliegen (auch unter Stromleitungen hindurch), während Stefan den Wagen auf der Strasse gehalten hat. Das war mit den Spleenekites möglich. Sie reagieren extrem gut auf Lenkbefehle und sind auch bei längeren, völlig drucklosen Phasen noch gut kontrollierbar. Wenn man den SP-X Kite einmal gesehen hat, wie er vom Kiteauto überholt wird und völlig drucklos im Windfenster "trudelt", dabei aber nie seine normale Flugposition verlässt und nie unkontrollierbar in die Powerzone driftet, der weiss, wieso wir uns für diesen Kite entschieden haben. Die Flugperformance, zusammen mit dem Sicherheitspotential dieser Kites, haben mir in meinem Kitesitz im Wind Explorer immer ein gutes Gefühl gegeben. Auch bei 60 km/h und plötzlich wechselnden Winden haben wir uns nie unsicher gefühlt. Ich denke, dass dieser Aspekt des Kitens mit den neuen Kitemodellen von Spleene einen völlig neuen Aspekt bekommt: auch in Extremsituationen immer Herr der Lage sein. Das wird das Kiten verändern.  

31.01.2011

Sechster Tag

Eucla nach Ceduna

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Die Akkus sind fast voll geladen. Über 7 Kilowattstunden zeigt das Laptop an. Um 5:30 Uhr gehen wir auf die Strecke. Stefan fährt zunächst bis zur Grenze nach Südaustralien. Fruchtfliegenkontrolle. Wir werden durch gewunken. Der Wind ist wie erwartet schwach. Stefan fährt mit den Akkus und ca. 45 km/h in Richtung Osten. Noch ist auf der Strasse nicht viel los. Dann brist der Wind auf. Direkt aus Süd. Wir befinden uns in der Nähe von Yalata, dem Aboriginal Reserve. Dirk macht den Kite startklar. Jetzt oder nie: mit gleichmässigem Wind in zunächst 3 bis 4 Windstärken von der Seite geht es los. Schnell wird der Wind stärker. 4 bis 5 Beaufort, in Böen 6. Ab jetzt wird stundenlang gekitet. Bei Geschwindigkeiten zwischen 40 und bis zu 70 km/h frisst der Explorer Kilometer. Dann passiert es: Dirk und Stefan übersehen beide die Telegrafenleitung, die quer über die Strasse zu einer Farm gespannt ist. Bei Tempo 60 schneidet der Draht die Kiteleinen glatt durch. Dirk trennt sich mit der Notauslösevorrichtung vom Kite, Stefan bremst scharf. Nachdem der Kitte geborgen ist, wird ein neues Set Leinen befestigt. Weiter geht's.

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10 Kilometer später wieder eine Leitung. Die beiden sehen die dünnen Drähte gegen den Himmel nicht. Dieses mal halten die Schnüre, weil Dirk schnell genug die Notauslösung betätigt. Der Kite hängt in der Telegrafenleitung, die Schnüre sind in einem Baum verwickelt. Nach 10 Minuten ist alles geborgen, und es geht weiter. Nach 100 Kilometern Kiten platzt der vordere rechte Reifen. Der ständige Seitendruch vom Kite hat die Lauffläche durchgerieben. Der Reifenwechsel dauert 5 Minuten. Weiter.

Eine Polizeistreife kommt den beiden auf der Gegenfahrbahn entgegen. Der Spleene Kite steht hoch am Himmel, die Polizisten winken freundlich aus dem Auto. Roadtrains, die riesigen LKW, hupen und winken. Daumen hoch. Der Kite löst zum Glück nur positive Reaktionen aus.

Nach fulminanten 130 Kilometern ist die rasende Kitefahrt zu Ende. Die Strasse knickt ab und der Wind weht von vorne. Dirk steigt aus und packt den Kite ein. Stefan heizt weiter.

Der Wind Explorer hat sich als Kite- Auto bewährt. Es kostet zwar alle 100 Kilometer einen Vorderreifen, aber funktioniert prächtig. Wenn Bäume zu nahe an der Strasse stehen, fliegt Dirk den Kite direkt über dem Wagen, und Stefan zieht den Kitte mit dem Elektronantrieb weiter. Auch kurze Windlöcher überbrücken wir so. Ideal die Kombination aus Elektro- und Drachenantrieb.

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Um 21 Uhr kommen wir am Ende des Tages in Ceduna an. Der Tageskilometerzähler auf dem Navi zeigt sagenhafte 493,5 Kilometer an. Wir haben noch ca. 20 % Reststrom in den Akkus. In Ceduna stellen wir das Windrad am Pinky Point auf. Jetzt wird wieder aufgeladen, und am nächsten Morgen haben wir die verbrauchte Energie wieder aufgefüllt. Wir sind glücklich. Das Team feiert diese Leistung, die den Kameraleuten und dem Begleitteam alles abverlangt hat, mit einer spontanen kleinen Feier unter dem Windrad. Es ist einfach ein Wahnsinns-Gefühl, so weit gefahren zu sein und zu wissen und zu sehen, dass die Energie dafür einzig vom Wind geliefert wurde. Immer wieder schauen wir auf den drehenden Propeller. Der Wind ist so stark, dass das Windrad immer wieder in die Überlaststellung geht und sich leicht aus dem Wind dreht. Jetzt fließen mehr als 12 Ampere in die Akkus. Man kann es nicht sehen, man kann es nicht hören, aber wir fühlen den Strom, wie er fließt. Endlich hat der Wind Explorer seinem Namen alle Ehre gemacht und gezeigt, was in ihm steckt. Die Bedingungen waren nicht optimal. Der Wind hätte besser sein, zum Beispiel aus Südwest blasen können. Das Konzept Windauto in der Kombination von Windrad, Lithium-Ionen-Akkus, Kites und Leichtbau/Aerodynamik funktioniert…

30.01.2011

Fünfter Tag

Mundrabilla bis Eucla

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Nach 75 Kilometern kommt das Team in Eucla an. Die letzten 35 Kilometer kitet der Explorer wieder bei mässigem, aber stetigem Seitenwind bis zum Pass vor Eucla. Dann knickt die Strasse nach Norden ab und der Wind kommt von vorne. Stefan und Dirk entscheiden sich für einen Windrad-Standort in den Sanddünen bei der alten Poststation in Eucla. Die hohen Wanderdünen haben das Steinhaus im Laufe der Jahre fast zugeschüttet, aber in einer Nacht wird das Windrad wahrscheinlich nicht weglaufen. Die Befestigungen der Halteseile für den Mast vergraben wir tief im Sand. Ist zwar eine Schufterei, aber es hält. Während das Windrad bei konstanten vier Windstärken, in Böen auch fünf in der Meeresbrise dreht, besuchen Dirk und Stefan den Meteorologen, der hier in Eucla seine Wetterstation betreibt. Die Auswertung der Wetter-Radarbilder und die Windvorhersage stimmen uns positiv. Morgen soll der Wind zunächst schwach aus Süd wehen und dann im Laufe des Tages auf 15 Knoten aus Süd auffrischen. Ideale Kite-Bedingungen. Das Team schläft am Roadhouse, Dirk und Stefan halten Windrad-Wache.

29.01.2011

Vierter Tag

Am Morgen dann der Moment der Wahrheit: Dietmar schließt sein Laptop an die Akkus an und misst die Zellspannung. Enttäuschung. Lediglich Strom für 60 Kilometer Reichweite hat das Windrad in die Akkus geschaufelt. Stefan, der Windkraftanlagen-Experte erklärt, weshalb nur so wenig Strom geflossen ist: erstens hatten wir in der Nacht nur relativ unstete drei Windstärken und zweitens hätte unser Mast mindestens 12 Meter hoch sein müssen, um die kleinen Bäume in der Umgebung hoch genug zu überragen. Fazit: prinzipiell funktioniert‘s. Wir können mobil Strom für unsere Lithium-Ionen-Akkus erzeugen. Aber die Position des Windrades wird ab jetzt über die Tour bestimmen. Wir brauchen gute, hohe und nicht abgedeckte Standorte, am besten mit einer stetigen Meeresbrise. Wir sind zuversichtlich, laden aber die Akkus noch mit Strom aus der Steckdose voll.

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Weiter geht die Fahrt in Richtung Eucla, an der Grenze nach Südaustralien. Es bleibt heiss. Das führt zwar zu thermischen Winden, die jetzt stark und böig aus Norden wehen, aber macht es dem Team nicht leicht. Stefan und Dirk wechseln sich in immer kürzeren Etappen mit dem Fahren ab. An jedem Stopp schüttet sich jeder einen Liter Wasser in die Kehle. Erste kleine Sonnenstiche mit Kopfschmerzen melden sich an. Stefan gießt sich während der Fahrt immer wieder Wasser über den Körper. Hoffentlich macht das die Elektrik mit. Der Explorer ist für trockene Wüsten gebaut…

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Die erste Etappe führt bis Cocklebiddy. 66,24 Kilometer. Der Wind Explorer braucht unglaubliche 19 Wattstunden bei einem Schnitt von 43 km/h. Wir fahren in die Western-Central-Zeitzone ein. Die Uhren werden um 45 Minuten vor gestellt. In Cocklebiddy: Trinken, Schatten, weiter. Dann passiert es. 5 Kilometer nach Cocklebiddy dreht der Wind auf Süd. Er kommt zwar noch ganz leicht von schräg vorne, aber es klappt. Dirk und Stefan fahren die erste Etappe mit dem Kite. Sie sind noch vorsichtig und nehmen erst einmal den 5 Quadratmeter Spleene Kite, aber der reicht für eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 38 km/h. Die nächsten 40 Kilometer sind also absolut energieneutral. Der grosse Lenkdrache setzt die Windenergie direkt in Bewegung um. Keine Zwischenspeicherung in Akkus, kein Windrad. Es ist eine geniale Art sich fortzubewegen. Aber alles muss passen. Der Wind muss von der Seite kommen, es dürfen keine Bäume am Straßenrand stehen…

Dirk kitet, Stefan fährt. Es ist die perfekte Teamarbeit, und die beiden bekommen ihr Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Die sp-x Kites von Spleene waren die richtige Wahl. Der Depowerbereich ist so gross, dass es keine gefährlichen Momente gibt. Auch bei starken Böen braucht Dirk nur die Bar (Lenkstange) ein wenig nach oben zu schieben, und der ganze Druck ist weg. Genial. Die 25 Meter-Leinen halten den Kite übrigens so hoch über der Straße, dass die Sogluft der rasenden LKW keinen Einfluss auf den Drachen hat.

Erst am Madura Pass, der Einfahrt in die berühmte Nullarbor Ebene, einer baumlosen, riesigen Ebene,  die sich von der Kontinentalkante ins Inland erstreckt, ist es vorbei mit dem Kitten. Dirk packt ein und Stefan fährt ohne Unterbrechung weiter. Die Akkus sind ja noch gefüllt. Erst nach 280, 24 Kilometern ist in Mundrabilla Schluss. Ein toller Tag.

Nachts weht der Wind böig, aber sehr kräftig. Das Windrad steht aber wieder in der Abdeckung eines Hügels. Dirk und Stefan waren einfach zu müde und mit ihren Kräften am Ende. Die immer noch 50 Grad im Schatten, das Kiten und die wahrscheinlich 60 Grad heisse Luft, die in ihren Explorer weht, haben die beiden fertig gemacht. Für die Suche nach einem besseren Standort war keine Kraft mehr. Das Windrad mit den Akkus auf den Hügel zu schleppen, war auch nicht mehr drin. In dieser Nacht drückt das Windrad ca. drei Kilowatt in die Akkus. Strom für 150 Kilometer im Werte von 75 Cent.

28.01.2011

Dritter Tag

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Am Morgen trifft sich das Team hinter  Balladonia nach 193,3 Kilometern mit dem Wind Explorer. Dirk und Sebastian im Begleit- Pkw hatten die Nacht nicht durchgehalten und in den Morgenstunden am Strassenrand auf dem Autodach geschlafen. Stefan fährt nach einem Frühstück in Balladoinia weiter (übrigens: die Ortsnamen bezeichnen in dieser Gegend Australiens meistens nur eine Tankstelle mit angegliedertem Restaurant - alles, was der Überlandfahrer so braucht). Nach genau 207 Kilometern ist dann auch das vordere Akkuset leer.

Die ersten 1.000 Kilometer Strecke sind geschafft. Fazit: der Wind Explorer läuft zuverlässig und die gesamte Mechanik funktioniert einwandfrei. Die Lithium-Ionen- Akkus von Li-Tec sind spitze. Ladung für Entladung immer die fast gleichen Werte. Diese Batterien sollen 3000 Ladungen lang ohne Leistungs-Einbußen funktionieren. Das wären bei unserer Reichweite 1,2 Millionen Kilometer. Wahnsinn.

Das Windrad stellen wir inzwischen in 30 Minuten auf und bauen es in der gleichen Zeit auch wieder ab. Es schnurrt wie ein Kätzchen auf seinem Mast. Jetzt müssen wir es nur noch dazu bringen, ordentlich Strom in unsere Akkus zu drücken. 

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In Caiguna (wieder eine Tankstelle mit Restaurant, kein Ort) erhalten wir telefonischen Support aus Deutschland. Wir sollen die Platine des Windrad-Kontrollers anders einstellen. Also bauen wir den Mast auf und die Platine des Kontrollers aus. Nach ein paar Einstellungen an winzigen Knöpfchen, die man kaum mit bloßem Auge sieht und nur mit einem Hauch von einem Schraubendreher bedienen kann, dreht unser Windrad in mäßigem Wind (der Standort vor der Tankstelle ist suboptimal, es stehen ringsum kleine Bäume). Noch kommt keine sichtbare Leistung am Kontroller an. Die grüne Ladediode leuchtet nicht, also liefert die Windmühle unter 200 Watt. Doch dann kommt mehr Wind auf, die ersten Böen treffen auf die Rotorblätter. Und wir feiern ein Fest. Es kommt Strom bei den Akkus an. Definitiv mehr als 200 Watt fließen in die Akkus. So soll es sein.

Wir unterbrechen die Tour und lassen das Windrad über Nacht stehen. Das Team ist fix und fertig. Kameramänner, Fahrer, Fotografen und Begleitteam Daniel, Carsten, Dirk, Klaus, Adrian, Dirk, Stefan, Sebastian, Gerd und Dietmar sind fix und alle. Wenig Schlaf, 50 Grad im Schatten, sogar in der Nacht noch 40 Grad Celsius: das fordert seinen Tribut. Wir schlafen in Zelten, auf Autodächern, in Wohnmobilen und trinken, trinken, trinken, trinken…

27.01.2011

Zweiter Tag

Raventhorpe vorbei an Esperance und weiter nach Norseman

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Wir fahren um 8:30 Uhr morgens los. Die Batterien sind über Nacht in der Waschküche voll geladen. gute Acht Kilowattstunden stehen uns wieder zur Verfügung. Unserem Gastwirt Peter hat das ca. 2 Dollar auf seiner Stromrechnung gekostet. Uns bringt diese Ladung wieder 400 Kilometer weiter. Als Dirk losfahren will, betankt das Team noch die Begleitfahrzeuge. Die Gelegenheit nutzt eine Familie aus Western Australia, den Wind Explorer ausgiebig zu besichtigen. Drei Generationen stehen um das Fahrzeug herum und fragen, was es ist und wie es funktioniert. Dirk erklärt die Funktionsweise. Die Enkelkinder klettern auf den Beifahrersitz. Es ist immer das Gleiche. Der Explorer zieht jede Menge Aufmerksamkeit auf sich, egal wo er auftaucht. Mit seinem außergewöhnlichen Design, den abgespaceten Fahrradhelmen und der weiss/purpurnen Lackierung sieht er aus wie von einem anderen Planeten.

Weiter durch den unendlichen australischen Busch. Die Roadtrains, die uns überholen und entgegenkommen, stellen keine Gefährdung dar. Die Temperaturen steigen. Wir checken regelmässig die Temperatur der Akkus und des Nabenmotors. Aber die sind cool. Scheint kein Problem zu werden. Die hinteren Akkus sind nach 199,3 Kilometern leer. Fahrerwechsel und Umschalten auf die vorderen Akkus. Die hügelige Landschaft und der Seitenwind haben ihren Tribut gefordert. Auf ebener Strecke und ohne Wind wären wir bestimmt 20 Kilometer weiter gekommen. Dirk findet es faszinierend, dass er langsam ein Gefühl dafür bekommt, wie viel Strom der Motor zieht und wie weit man mit den Akkus kommt. Eine Restladungsanzeige brauchen Stefan und Dirk eigentlich gar nicht mehr. Sie können den Ladezustand der Batterien an der gefahrenen Strecke ablesen. Wind, Steigungen und Film/Fotostops tragen zu einer kürzeren Reichweite bei.

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Um 14:55 Uhr sind wir dann am Abzweig nach Norseman Richtung Norden. Wir klemmen uns Esperance. Da sind vielleicht die schönsten Strände der Westküste, aber unsere Tour ist ja kein Sightseeing. Wir wollen weiter Richtung Osten. Also erst einmal Richtung Norden bis Norseman. Da kommt dann der Abzweig nach Südaustralien…. Theoretisch könnten wir jetzt schon die ersten Strecken kiten. Der Wind kommt aus Osten und der Kite würde nicht im Gegenverkehr stehen, da wir ja auf der linken Strassenseite fahren. Aber wir kiten noch nicht. Wir wollen erst auf dem Eire Highway unterwegs Richtung Nullarbor-Ebene sein. Wenn uns die Polizei jetzt schon mit einem Kite am Auto stoppen würde….das wäre nicht gut. Der erste Regen überrascht uns hier. Das Wetter ist sehr untypisch. Der Zyklon im Norden wirbelt hier gerade alles kräftig durcheinander.

Nach weiteren 190,46 Kilometern kommen wir in Norseman an. Reststrom in den Akkus für ungefähr weitere 20 Kilometer. Wir halten vor einem Pub. Dietmar Spoden, unser Batterietechniker, bringt sofort die Akkus rein, um sie an die Steckdose zu hängen. Ein Windrad könnte man hier nicht gut aufstellen. Zu viele Büsche und kleine Bäume. Unser Windrad steht ja nur auf einem 6 Meter hohen Mast. Ein doppelt so langer wäre viel besser. Aber man muss bedenken, dass wir vielleicht die ersten Menschen auf dieser Welt sind, die mit einem Windrad dieser Grösse (Rotordurchmesser 2,7 Meter) mobil unterwegs sind. Und wir es überall aufstellen, wo es passt, Wir hoffen, dass wir das Feintuning des Kontrollers morgen in den Griff bekommen. Die weiten, baumlosen Ebenen West- und Südaustraliens liegen ja noch vor uns. 

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Erster kleiner Topspeed-Rekord. Einen Hügel runter hatten wir den Explorer auf 70,5 km/h laut Navi. Hierzu sei gesagt, dass der Explorer bergab losrast, als wenn man aufs Gaspedal, ähh am Elektroregler-Griff dreht. Er beschleunigt allein mit der Hang- Abtriebskraft so schnell, dass einem Angst und Bange wird. Das liegt an der Aerodynamik und an den Leichtlaufreifen. 200 Kilo plus Fahrer ziehen halt ganz gut… 

Dirk fährt abends noch mit dem Wind Explorer los in Richtung Balladonia. Er wird von einem Begleit- Pkw gegen Roadtrains abgesichert. Vorn im Explorer verrichten die beiden LED-  Scheinwerfer sehr gute Arbeit. Sie sind im Moment noch an eine kleine Motorradbatterie angeschlossen, die auf dem Beifahrersitz steht. Das soll sich auch noch ändern. Das Licht soll in Zukunft von den Hauptakkus gespeist werden. Aber es ist ja auch ein Prototyp,  und vieles ist noch im Fluss….Kängurus sind kein Problem für uns. Die werden nachts zu Dutzenden von den Lkw überfahren, die hier mit Tempo 110 durch den Busch brettern. Aber wir fahren ca. 50 km/h, da ist das keine Gefahr. 

26.01.2011

Start in Albany – Western Australia

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Wir haben das Windrad direkt auf einem Granitfelsen bei "The Gap" aufgebaut.

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The Gap ist eine 40 Meter tiefe Granitschlucht, in die die Wellen vom offenen Ozean rein rauschen. Ein infernalisches Gebrodel. Oberhalb von The Gap steht eine der wachsender Anzahl von Windfarmen in Australien. Stefan und Dirk befestigen den Mast mit Klettersicherungen, sogenannten friends und Klemmkeilen in Felsspalten. Es ist ein grandioser Ort für den Tour-Start. Felsen, grüne Berge dahinter und weisse Sandstrände davor. Die Nacht war vom Wind her nicht besonders ergiebig. Windstärke so um die drei Beaufort. Das reicht nicht aus, damit das Windrad die Lithium-Ionen- Akkus im Wind Explorer innerhalb von ca. 10 Stunden voll laden kann. Dazu braucht es satte vier Windstärken.

Aber das macht nichts, denn es gibt eh noch Abstimmungsbedarf: die Lithium-Ionen Blocks sind "intelligente" High Tech- Akkus. Sie haben ein Batteriemanagement System. Mit Windrädern wurden bisher eigentlich nur Bleiakkus geladen. Die machen es dem Kontroller am Windrad leicht. Sie sind entweder voll oder leer. Lithium-Ionen Akkus arbeiten mit einer höheren Spannung und müssen die Zellen aktiv zum Laden öffnen. Das heißt: wir müssen noch mit den Kontroller-Einstellungen experimentieren. Wir laden deshalb erst einmal mit Strom: etwas über 8 kWh gehen in die vier Akkus, also Strom für ca. 2 Dollar. Das sollte für rund 400 Kilometer reichen.

Nach Abbau des Windrades gehen wir um 11:45 Uhr auf die Strecke. Durch Albany auf den Highway in Richtung Esperance. im Inland weht der gleiche Wind wie an der Küste, nur etwas böiger.

Wir sind sehr guter Dinge, denn unser Auto hat bereits auf dem Weg von Perth nach Albany bewiesen, dass es extrem gut läuft. Durch den Sandwich Leichtbau der Karosserie als Monocoque wie bei einem Formel 1 Auto, den Leichtlaufreifen und den Li-Tec Akkus haben wir ein Fahrzeug, das wirklich zuverlässig die Reichweite schafft.

Der Wind Explorer ist sehr aerodynamisch. Die Mannschaft von Velomobiel in Holland hat wirklich ein gutes Design geschaffen. Selbst Gegenwind macht sich nicht übermäßig bemerkbar. in der Ebene zieht der Elektronabenmotor ca. 20 Ampere, oder anders gesagt ca. ein Kilowatt. Was bei ca. 50 km/ h einem Verbrauchswert von knapp 2,0 kWh auf 100 Kilometern entspricht. Zum Vergleich: für 100 Kilometer benötigt der Wind Explorer nur etwa die Hälfte des Stroms, den man für eine Waschmaschinen-Füllung inklusive Trocknerleistung verbraucht.

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Auf der ersten 110 Kilometer Etappe bis Wellstead ist es hügelig und der Wind kommt von der Seite, vom Meer. Die Strasse führt entlang der Küste nach Osten. es macht wirklich Spass, mit knapp 50 km/h durch Australien zu rollen. Man bekommt alles mit: die Gerüche der Pflanzen, den Verwesungsgeruch totgefahrener Kängurus am Straßenrand und den Windsog der vorbeifahrenden Riesen- Lkws, die bis zu 30 Meter lang sind.

Auf der zweiten Etappe von Wellstead bis in die Nähe von Fitzgerald sind unsere hintern Akkus leer. Wir müssen umschalten auf die vorderen. das GPS zeigt 206 Kilometer an. und das mit 4 kWh. Super effizient.

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Nach weiteren 99 Kilometern kommen wir dann um 21 Uhr in Raventhorpe an. Ein kleiner Ort mit einer Lithium Mine. Leider müssen wir morgen früh wieder los und können die Mine nicht besichtigen. Im Ort hat schon alles geschlossen bis auf einen Pub. Der Besitzer heisst Peter und kam als siebenjähriger nach Australien. Er spricht gut deutsch und organisiert einen Grillabend für uns. Es gibt Bier zur Feier des Tages und der Wind Explorer wird hinterm Pub in der Waschküche zwischen Waschmaschinen und Trocknern ans Stromnetz gehängt. Ein Viertel der Gesamtkapazität ist noch in den Akkus. Sie sind nicht ganz leer und werden über Nacht 6 kWh aus dem Netz ziehen. Strom also für 1,5 australische Dollar. Die werden wir Peter am Morgen bezahlen. Der Kontroller am Windrad ist immer noch nicht richtig eingestellt, um die Akkus mit Windstrom zu laden.

übrigens: Stefan und Dirk sind heiss aufs erste Kiten. Aber die Bedingungen waren noch nicht optimal. Weil aber Kiten auf Australiens Strassen nicht gern gesehen wird ;-) verzichten wir in den ersten Tagen noch darauf.

25.01.2011

Die ersten Kilometer

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Das Team macht sich auf den Weg Richtung Albany zur Südwest-Spitze des Kontinents. Die ersten Begegnungen mit erstaunten und erfreuten Australiern. Sie sind gewohnt an PS-starke Boliden und schmunzeln über unseren windschlüpfigen Roadster. Wir parken direkt neben einem Oldtimer, der mindestens so viele Jahre unter der Haube hat wie sein stolzer, schon  pensionierter Besitzer. Vintage trifft auf High-Tech. Bei uns schnurrt ein elektrischer max. 1,9 KW Crystalyte 5303 Naben-Motor, bei ihm ein 50 Jahre alter englischer Sechszylinder.

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Das Team übt, den 6 Meter langen Bambusmast mit dem Windrad oben dran auf Steinen, Wiesen und Sandboden aufzubauen. Heftigere Brisen und Sturm sollen nicht zu bösen Überraschungen führen.

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Leichte Anspannung macht sich breit, denn die Berge auf dem Weg über Bunbury an die Südküste haben’s in sich! Doch für Fotografen und Kameramänner entstehen tolle Motive, wenn der Wind Explorer im Abendlicht wieder eine Kuppe erklommen hat! 

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Dietmar, unser Technik-Spezi, liest Daten aus von Batterie-Management-System und Black-Box. Die Kombination von Windstrom und ultra-modernen Akkus ist für uns alle Neuland. Diese beiden Technologien in mobiler Anwendung zusammen zu führen: damit sammeln wir weltweit die ersten Erfahrungen. Die ersten tausend Kilometer durch Western Australia sind auschließlich dazu bestimmt, die Komponenten Windkraftanlage und Lithium-Ionen- Akkus aufeinander abzustimmen.

23.01.2011

Vorbereitung

Perth, Australien. Dirk und Dietmar klären die Verzollung, holen mit ein paar üblichen Hürden den Wind Explorer und die vielen Ersatzteile aus dem Zoll, bauen die Riesen-Überseekiste auseinander und bringen sie schon einmal auf den Weg nach Sydney. Campervans und Begleitfahrzeug sind organisiert, Wasser- und Essens-Vorräte werden eingekauft, Absprachen mit der Polizei stehen auf dem Terminkalender. Wenn wir von der vorgegebenen Strecke abweichen, kann es Ärger geben. Ein Wohnmobil wird zum mobilen Schnittplatz ausgebaut, im zweiten lagert die Technik für die Kontinental-Durchquerung. Alle beweglichen Teile des Fahrzeugs sind mindestens doppelt vorhanden. 

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30.12.2010

Erste Tests mit dem Wind Explorer

Die Tests im Dezember 2010 in der Camargue, Südfrankreich, verlaufen so smooth und erfolgreich, dass wir uns sicher sind: der Pionierfahrt durch den australischen Kontinent steht nichts mehr im Wege.